Rückblick: 16. Österreichische PV-Tagung in Krems - 22. bis 23. November 2018

Die 16.Österreichische Photovoltaik Fachtagung fand am 22. und 23.November 2018 in Krems /Niederösterreich statt.

Über 180 Fachbesucher diskutierten angesichts des Zieles der Österreichischen Bundesregierung 100% Strom aus Erneuerbaren bis 2030 zu erreichen, die Anforderungen an PV-Technologie und Systeme und die mögliche Wertschöpfung, die bei innovativen PV-Lösungen aus Österreich bzw. Europa kommen kann.

Veranstalter war die Österreichische Technologieplattform Photovoltaik, die gemeinsam mit dem Bundesverband PV Austria eine Verzehnfachung des aktuellen Marktes als notwendig erachtet, um das 100% Ziel zu erreichen. Erst wenige Wochen vor der Fachtagung kam auch ein Vorschlag des Verbandes der österr. Energieversorger (Österreichs Energie), zum neuen Energiegesetz, der 11-13 TWh (d.h. auch etwa eine Verzehnfachung) für erforderlich hält. Wenn auch noch nicht klar ist, durch welche Anreize dieser massive Marktausbau erreicht werden soll, ist doch offensichtlich, dass die Photovoltaik in Österreich rasch zu einer der Säulen der Stromversorgung aufgebaut werden muss, wenn die Bundesregierung ihre Klima- und Energieziele auch zur Umsetzung bringen will.

 

Die Diskussionen bei der Fachtagung, die in bewährter Weise vom BMVIT und dem Klimafonds mitunterstützt wurde, drehten sich anfangs darum, ob beim erwarteten Ausbau überwiegend billigste Lösungen forciert werden, oder wird der Ausbau genutzt, um innovativen Produkt- und Systemlösungen aus Österreich eine Chance zu geben. Österreichische Photovoltaikunternehmen haben bereits mehrfach beweisen, dass sie erfolgreich in führenden Positionen am Weltmarkt agieren können. Aktuell gehen die nationalen Fördermittel für Energieforschung und damit auch für Photovoltaikforschung jedoch signifikant zurück, was die Chancen der österreichischen PV-Industrie für neue Weltmarkterfolge deutlich schmälert.

 

Hubert Fechner, Obmann der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik und Christoph Mayr vom AIT stellten den 2.Teil der Österreichischen Photovoltaik Technologie-Roadmap vor. Darin werden die Sektoren Gewerbe/Industrie, Transport, Landwirtschaft und Gebäude/Städte hinsichtlich der Einsatzes von Photovoltaik genau analysiert. Ebenso wurden für diese Sektoren die PV Forschungsthemen im detailliert definiert.

 

Partnerland war diesmal Holland, wobei viele ähnliche Herausforderungen und Fragstellungen sichtbar wurden. PV-Gebäudeintegration und regionale/lokale Energielösungen, wo Photovoltaik-Speichersysteme im Mittelpunkt stehen werden in beiden Ländern intensiv diskutiert.

Highlights der Tagung waren sicherlich die von Ludwig Karg geleitete Insight Diskussion zum Thema „die Rolle der PV in zellularen Energiesysteme“, sowie die Diskussion über Wasserstoff bzw. allgemeiner „Power2X“ am Ende der Tagung, aber auch die vielfältigen Diskussionen über Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit von Photovoltaiksystemen.

Ein Abendevent im stimmungsvollen Saal des Kloster Und mit einer Keynote von Arnulf Jäger-Waldau vom Forschungszentrum der Europäischen Kommission in Ispra zählte ebenso zu den Tagungs-Höhepunkten.

Die Preise für die besten Poster gingen an Theodoros Dimopoulos vom AIT und an Thomas Schauppenlehner von der BOKU.