Agri-Photovoltaik: Große Chancen für Landwirtschaft und Energiewende – klare Rahmenbedingungen entscheidend
Im Rahmen eines Agri-PV-Workshops am 14.01.2026 kamen Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Forschung und Verwaltung zusammen, um das Potenzial der Agri-Photovoltaik in Österreich sowie bestehende Hürden und Handlungsbedarfe zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch die Organisatoren Ralf Roggenbauer (Energiepark Bruck), Thomas Loibnegger (LK Steiermark) und Martin Wette (LK Österreich) sowie einer Vorstellung der Aktivitäten der TPPV durch Hubert Fechner standen Impulsvorträge zur aktuellen Situation und zu Perspektiven der Agri-Photovoltaik im Mittelpunkt. Ralf Roggenbauer gab einen Überblick über den Stand von Agri-PV in Österreich, Alexander Bauer (Universität für Bodenkultur) beleuchtete das Thema aus wissenschaftlicher Sicht und Martin Wette (Landwirtschaftskammer Österreich) stellte Agri-PV als Erfolgsmodell für die Landwirtschaft vor.
In den anschließenden Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmer:innen zentrale Fragestellungen entlang der Themen Landwirtschaft & Gesellschaft, Anlagenerrichtung & Raumplanung, Forschung & Wissenschaft sowie Geschäftsmodelle & neue Kooperationen. Dabei zeigte sich ein breiter Konsens: Agri-Photovoltaik bietet vielfältige Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe – von zusätzlicher Einkommenssicherung über Witterungs- und Hitzeschutz bis hin zu Beiträgen zur klimaresilienten Landwirtschaft, Biodiversität und Flächeneffizienz. Langfristig kann Agri-PV einen wichtigen Beitrag zur Absicherung landwirtschaftlicher Tätigkeiten leisten.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass das bestehende regulatorische Umfeld den Ausbau von Agri-PV derzeit erheblich bremst. Unklare Definitionen, widersprüchliche Vorgaben in Raumordnung, Baurecht und Förderlogiken sowie komplexe Genehmigungsprozesse erschweren eine rasche Umsetzung. Die Teilnehmer:innen sprachen sich daher klar dafür aus, die rechtlichen und fördertechnischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass landwirtschaftliche Betriebe unkompliziert und wirtschaftlich von Photovoltaik profitieren können.
Ein weiterer zentraler Punkt war der hohe Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Agri-PV nimmt eine Schlüsselrolle für den weiteren Ausbau der Photovoltaik in Österreich ein, erfordert jedoch weiterhin fundierte wissenschaftliche Begleitung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Praxisprojekten und Forschung wurde als wesentlich identifiziert, um Erkenntnisse rasch in geeignete Rahmenbedingungen, Förderinstrumente und Qualitätsstandards zu überführen.
Als nächster Schritt wurde angeregt, die Ergebnisse des Workshops in einem Agri-PV-Whitepaper zusammenzuführen, um eine fundierte Grundlage für den Dialog mit Politik, Verwaltung und Förderstellen zu schaffen und Agri-PV klar als Instrument für Klimaanpassung, landwirtschaftliche Resilienz und nachhaltige Flächennutzung zu positionieren.
Vielen Dank für den spannenden und produktiven Austausch!


